Wucher und Aufkauf


Wucher und Führkauf

Dem soll man greifen an die Hauben
und ihm die Zecken wohl abklauben
und rupfen die Schwungfedern aus,
wer kauft auf Vorrat in sein Haus
so Wein und Korn im ganzen Land,
und fürchtet weder Sünd noch Schand,
damit ein armer Mann nichts finde
und Hungers sterb mit Weib und Kinde.
Drum ist es jetzo auch so teuer,
denn schlimmer als früher ist es heuer;
für den Wein man zehn Pfund jüngst nahm,
in einem Mond dahin es kam
das man jetzt dreißig zahlet gern gleichwie
für Weizen, Roggen, Kern.
Vom Wucherzins will still ich sein,
den man von Geld und Gült streicht ein
mit Leihen, Ramschkauf und mit Borgen.
Mancher gewinnt an einem Morgen
ein Pfund mehr, als im Jahr es sollt.
Man leiht jetzt Münze aus für Gold;
für Zehn schreibt man Elf ins Buch.
...
Ich kenne viel und könnt sie nennen,
die Treiben Handel wild und schlecht,
und dazu schweigt Gesetz und Recht.
...
Doch oft dann das Geschick es lenkt,
dass mancher sich am Strick erhängt, wer,
andern schadend, reich will sein,
der ist ein Narr - doch nicht allein.